Familie Coco Chansel in Kroatien

Story 3

Tausend Schmetterlinge fliegen in meinem Bauch herum und lassen mich hoch hinauf schweben. Ich lasse mich gedanklich von den Wolken mittragen und bin leicht wie eine Feder. Die Sonne scheint gefühlt stärker, und aus dem Fenster ragt das Grün unseres Rasens noch grüner.

Nein, ich bin nicht auf einem Halluzinogen-Trip. Und nein, ich beschreibe nicht gerade die Gefühle für Moris. Diese Gefühle sind nicht zu beschreiben und finden schwer Worte auf dem Planeten Erde. Moris ist die Sonne, die ich umkreise, und das schwarze Loch, in dem ich mich verliere, und wir eins werden. An dieser Stelle werden mehr als die Hälfte meiner Verwandten ein „aaaaawwww“ seufzen (bis auf meine Mutter. Sie wird das Weinen anfangen). Nochmal die Kurve gekratzt, wah 😉

Nun, um die Frage zu beantworten: Wir fahren in den Urlaub. Um genauer zu sein, nach Kroatien. Das mag für den ein oder anderen im ersten Moment total unspektakulär sein. Im zweiten vermutlich auch. Da dies unser erster Urlaub in diesem Jahr ist und mein erster mit meiner geliebten zweijährigen Nichte, sprudeln die Gefühle nur so aus mir heraus.

Aufgewacht mit einem Adrenalin-Kick, wie ich ihn seit meinem 14. Lebensjahr nicht mehr hatte, schalte ich den Wecker um 7:30 Uhr beim ersten Alarm aus. Die normale Prozedur ist, den Wecker alle 8 Minuten mindestens 4 mal auf stumm zu schalten. Ja, ich bin ein absoluter Morgenmuffel und zu dieser Zeit (manchmal auch den ganzen Tag) innerlich eine 80-jährige grantige Dame, gefangen im Körper einer 29-Jährigen. Nicht aber heute. Ich kreise meine Schultern und merke, wie leicht sie sich anfühlen (im Normalfall bin ich geplagt von Rückenschmerzen. Ja, ich weiß, ich sollte mich mehr bewegen, aber das ist, wie ich meine, nicht meine Berufung. Sagt mir zumindest mein Bauchgefühl. Verlasse dich immer auf dein Bauchgefühl, sagten sie). Moris neben mir ist bereits wach, streckt sich und wünscht mir einen guten Morgen. Ich bin morgens so verstrahlt, dass ich spät realisiere, nicht in meinem gewohnten Bett zu liegen. Wir liegen in dem neuen Boxspringbett, das meine Eltern NACH meinem Auszug für mein Zimmer bzw. das jetzige Gästezimmer gekauft haben. Ich möchte nicht behaupten, ich wäre deswegen nicht später ausgezogen, aber es hätte die Prozedur definitiv verlangsamt. Da mein Vater mich besser kennt als gedacht, versucht er mich seither mit neuen Dingen wieder nach Hause bzw. zu regelmäßigen Besuchen zu locken. Bei dem neuen Dyson Staubsauger und begehbarem Kleiderschrank bin ich ehrlicherweise kurz schwach geworden.

Da Pula nur ca. 5 1/2 Stunden von Bayern entfernt ist, sind Moris und ich einen Tag vor der geplanten Abreise nach Bayern zu meinen Eltern gefahren. Von hier aus wird unsere Reise starten. Da wir uns ganze 8 Tage selbst verpflegen werden und es außerhalb Deutschlands weit und breit keine Einkaufsmöglichkeiten gibt (was an dieser Stelle zu 100% sarkastisch gemeint ist), hat meine Mutter für den Fall der Fälle alles, und mit alles meine ich alles, eingepackt. Von Wassertragerl (keine Ahnung, was Tragerl auf Hochdeutsch heißt) bis zu Tupperware und Waschmaschinen-Tabs. Nachdem wir zwei Autos bis zur Decke vollgepackt haben, geht es um 8:30 Uhr für uns sieben los. Die Kopfhörer rein, und dann werde ich meinen Lieblings-Podcast „True Crime“ anhören und ich fange an, einen einigermaßen humorvollen Blogeintrag für euch zu schreiben.

Ein paar volle Windeln und Essensstops später sind wir endlich da. Der Besitzer unserer gebuchten Unterkunft empfängt uns herzlich und zeigt uns die wundervolle Unterkunft, die ich euch wärmstens empfehlen kann.

Villas Vea Histria

Die Unterkunft befindet sich in Režanci und ist nur ca. 20 Minuten mit dem Auto von Pula entfernt. Das Haus ist sehr sauber und verfügt bereits über Handtücher, Gewürze in der Küche sowie eine Waschmaschine und einen Trockner. Der Pool sowie der Whirlpool werden mit Salzwasser gefüllt, damit die Haut für Groß und Klein geschont wird. Der Besitzer ist mehr als zuvorkommend und jederzeit erreichbar. Alles in allem TOP!

Die darauffolgenden Tage gehen wir alles sehr gelassen an. Meine Nichte und ich sind unzertrennlich, und ich genieße jede Sekunde mit ihr. Ich werde selbst wieder zum Kind, und ich bin mir ziemlich sicher, meine Nichte denkt, ich wäre genauso alt wie sie – oder vielleicht noch jünger? Uno-Abende und tägliches Grillen machen den Urlaub vollkommen. Zudem habe ich meine Leidenschaft für Oreo-Kekse wiederentdeckt. Eigentlich verliere ich schnell an Gewicht, sobald ich im Urlaub bin, da ich für mein Leben gerne schwimme und mich gerne und viel im Wasser aufhalte (ich bin mir sicher, in meinem früheren Leben einmal eine Wassernixe gewesen zu sein – Moris fasst sich bei diesem Satz immer zwischen seine Augen). Zudem esse ich in warmen Ländern sehr gerne Fisch und Meeresfrüchte, und meine Liebe für Brot rückt in dieser Zeit etwas in den Hintergrund. Außer in der Türkei – oh, das warme frische Brot, das du in der Mitte auseinander brichst und bei dem dein ganzer Körper durch das Geräusch Gänsehaut bekommt… Wie in dem Trickfilm Ratatouille für Kinder.

Okay.. Sorry, ich drifte schon wieder ab!

Kommen wir dahin zurück, wo ich eine Wassernixe bin. Nun ja, zumindest war ich das für ganze 3 Tage. Denn es hat sich herausgestellt, wie auch immer mir das als Wassernixe passieren konnte, dass ich einer der wenigen Opfer auf diesem Planeten bin, die eine Salzwasserallergie hat. Ja, ihr habt richtig gelesen. Das Salzwasser, welches eine heilende Wirkung auf deine Haut hat und sogar Krankheiten lindern soll. Nicht bei mir, dachte sich mein Körper. Und das wahre Übel an der Sache ist, dass es sich sogar über die Jahre verschlimmert hat. So sehr, dass meine Haut hier bei dem letzten Unterwasserspaß im salzigen Pool danach aussah wie die eines Seepferds. An dieser Stelle kannst du „Mind over Body“ buchstäblich in die Tonne kloppen! Dank Moris, der mit meinem Bruder gleich zur Apotheke fuhr, um mir Allergietabletten zu holen, ging es mir in kürzester Zeit besser. Den restlichen Urlaub verbringe ich also als ausgetrocknete und noch immer zu dicke Wassernixe oder Seepferd mit einer Packung Oreos auf der Sonnenliege. Leben am Limit.

Hier ein paar Spots, die wir besucht haben:

Veritas Food&Wine

Eine tolle Terrasse in einer sehr schönen Lage. Das Personal war sehr nett und zuvorkommend. Auch das Essen war frisch und unglaublich lecker!

Einziges Manko: Die Reservierungen der Tische waren so nah aneinander gebucht, dass wir nach der Bezahlung mit vollen Gläsern gebeten wurden, den Platz zu räumen. Sorry, no go

Stabilimento bagni di Stoia

Hallo Berlin Kreuzberg. So weit das Auge reicht, nur Plattenbau! Ich war ehrlicherweise erstaunt, wie sich Einheimische auf dem Asphalt sonnen und entspannen konnten, während daneben Bauarbeiter gebohrt und gewerkelt haben. Ich glaube, das Bild trifft es ganz gut 😀.

Leider waren wir für den Saisonstart etwas zu früh dran. Die Liegen, etc. waren noch nicht aufgestellt. Alles in allem aber ein schöner Beach Club – bestimmt.

Pula

…ist eine wunderschöne Stadt! Der Sonnenuntergang direkt am Meer lässt alle Knie weich werden und wirkt absolut magisch! Ich werde nicht das letzte Mal hier sein 🙂

Kroatien, du hast mir eine tolle Auszeit geschenkt. Ich konnte trotz meiner eskalierenden Haut, für die du absolut nichts kannst, einmal die Seele reinigen und mit neuer Energie und gesunder Farbe zurück starten. Man sieht sich immer zweimal im Leben (das nächste Mal definitiv mit einer Kortison Salbe) – ich freue mich schon drauf!




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